München kauft nicht ein, München kleidet sich. An der Maximilianstraße, einem der teuersten Pflaster Europas, reihen sich auf wenigen hundert Metern Hermès, Louis Vuitton, Prada, Dior, Bulgari und Chanel aneinander. Was die Avenue Montaigne für Paris ist, ist die Maxi für München, mit dem Unterschied, dass die Münchner Schickeria hier noch immer in der Hofgartenwirtschaft Mittag isst und nicht angeben muss. Eine Capsai-Begleitung kennt die kleinen Eingänge, die Privatabteile und die Verkäuferin, die einem den passenden Schmuck dazu zeigt, ohne dass man danach fragt.
Wer das München jenseits der Marken sucht, findet es in der Theatinerstraße und an den Fünf Höfen, einer Passage des Architekten Herzog & de Meuron mit Kuhn Keramik, Stilwerk und einer Reihe inhabergeführter Boutiquen, die woanders längst verdrängt wären. Direkt am Marienplatz steht das Kaufhaus Oberpollinger, Münchens elegantestes Warenhaus, und gegenüber liegt das Dallmayr, das nicht nur Feinkost-Tempel ist, sondern auch eine Pilgerstätte für jeden, der weiß, was guter Kaffee, Kaviar und Trüffel bedeuten. Im Sommer schiebt sich an der Brienner Straße der Promenadestrom an Galerien, Antiquitätenhändlern und Lehmann’s vorbei, und wenn Ihre Lady Sie nach einer Stunde Bummel ins Café Luitpold zieht, dann nicht, weil sie müde ist, sondern weil sie weiß, dass die Pause der beste Teil eines Münchner Nachmittags ist.